Nach Streit mit Pflegerin:
Asklepios zieht überraschend Kündigung zurück

Korrespondenz

Die Kündigung der Hamburger Krankenschwester Romana Knezevic hat große Wellen geschlagen. […] Der Fall ging vor Gericht – jetzt zog das Klinikum die Kündigung zurück. […]

Auf MOPO-Nachfrage beim Unternehmen teilte ein Sprecher mit:

‘Asklepios hat sich entschieden, die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat der Asklepios Klinik St. Georg im Zusammenhang mit der beabsichtigten Kündigung der Pflegekraft zu beenden. Unser aller Anliegen ist es, das wichtige Berufsbild der Pflege zu stärken.’ […] Die Krankenhausbeschäftigten sehen sich in der Rücknahme der Kündigung in ihrer Kritik bestätigt. […] Die Fragen, die Knezevic aufgeworfen hat, bleiben dennoch offen, heißt es in der Mitteilung weiter. Diese Auseinandersetzungen sollen jetzt transparent und ‘ohne Einschüchterung’ weitergeführt werden.“[1]

Romana Knezevic mailte am 17. Januar u.a.:

Wir haben ganz klar bewiesen, wie viel man erreichen kann wenn alle zusammenhalten! Und das war erst der Anfang! Jetzt geht es mit geballter Power darum, dass die Arbeitsbedingungen in den Kliniken sich endlich verbessern!

Ganz lieben Gruß
Romana

Aus der Stellungnahme der Hamburger Krankenhausbewegung

Liebe Freundin / Lieber Freund würdiger Bedingungen in Hamburgs Krankenhäusern, der gemeinsame Druck aus Stadt und Krankenhäusern zeigt erste Wirkung! Asklepios hat den Antrag auf Zustimmung zur Kündigung von Romana Knezevic vor dem Arbeitsgericht Hamburg zurückgezogen. Damit gesteht Asklepios ein, dass Romanas Aussagen über die Folgen des Personalmangels an den Hamburger Krankenhäusern ins Schwarze treffen und der Vorwurf der Falschbehauptung keiner gerichtlichen Prüfung standgehalten hätte.

[…] Von der Online-Stadtversammlung mit 170 Teilnehmer*innen aus der ganzen Stadtgesellschaft ging das Signal aus: Hamburg verhandelt mit! Die Gesundheitsversorgung in dieser Stadt geht alle an. Hunderte Emails sind in den Tagen nach der Online-Stadtversammlung an Asklepios und Sozialbehörde gegangen. Die Online-Petition hat über 10 000 Unterschriften erreicht . Dutzende Solidaritätserklärungen aus diversen Hamburger Betrieben, Einrichtungen und Vereinen erreichten die Krankenhausbeschäftigten. Und die wochenlange Dauerkundgebung von Krankenhausbeschäftigten aus vielen Häusern vor der AK St. Georg wurde aktiv aus dem Stadtteil und darüber hinaus unterstützt. […] Diesen Druck haben Asklepios, Senat und Sozialbehörde gespürt! Und deshalb ist jetzt die große Chance da, den Schwung aufzunehmen und mit noch mehr Druck und Solidarität die Krankenhausträger und politisch Verantwortlichen endlich zum Handeln zu bewegen.

Schaffen wir endlich sichere und würdige Bedingungen an unseren Hamburger Krankenhäusern!


[1] Hamburger MOPO vom 17.02.2021


 

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