Unzufriedenheit bei aktiven GEW KollegInnen mit Abschluss TV-L

Korrespondenz

Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus am 18.12.2025

Der Tarifabschluss für die Beschäftigten der Länder vom Februar 2026

Was sind 2,8 % ab 01.04.2026 plus 2 % ab 01.03.2027 plus 1 % ab 01.01.2028 in Wirklichkeit wert?

Laut E&W – Erziehung und Wissenschaft, der Mitgliederzeitschrift der GEW, Nr. 3/26, S. 20 werden wir am 1. Januar 2028 5,9 % mehr Gehalt haben. Das hört sich nicht so schlecht an in diesen Zeiten. Bei 27 Monaten Laufzeit, also gut 2 Jahren, knapp 3 % mehr pro Jahr und einer Inflation von 2 bis 3 % haben wir zwar nicht mehr im Portemonnaie, aber damit halten wir in etwa unseren Lebensstandard.

Das suggerieren die Zahlen und das wollen uns auch Gewerkschaft und Arbeitgeber weismachen, die Gewerkschaftsführung, weil sie das Optimum für uns herausgeholt habe und die Arbeitgeber, weil sie wieder mal zähneknirschend einem Kompromiss zugestimmt hätten. Doch bei den 5,9 % Erhöhung handelt es sich nur um die Erhöhung der Nominallöhne während der Laufzeit des Tarifvertrages. Die Nullmonate zu Anfang der Laufzeit werden aus Betracht gezogen, ebenso der Umstand, dass bei der langen Laufzeit des Tarifvertrages die Inflationsrate nicht seriös zu prognostizieren ist. Aufgrund der weltpolitischen Entwicklungen ist sie auf nunmehr 2,7 % gesprungen. Gerade bei den Energiepreisen erwarten viele Fachleute in den nächsten Monaten dramatische Steigerungen.

Seit 20 Jahren, seit die Länder aus der Tarifgemeinschaft mit dem Bund und den Kommunen ausgestiegen sind, hechelt der TV-L dem TVÖD mit einjähriger Verzögerung und abgespeckten Ergebnissen hinterher. Dass die Länder-Beschäftigten mit dem vorliegenden TV-L „Anschluss an die Entwicklung in Bund und Kommunen“ hielten, wie die GEW-Vorsitzende Maike Finnern in E & W kommentiert, ist mindestens eine Beschönigung trauriger Tatsachen.

In Berlin haben sich an den Kundgebungen der Gewerkschaften zahlreiche Lehrer:innen beteiligt. Die GEW ist in der Stadt durch einen immer noch hohen Anteil angestellter Lehrer streikfreudiger als anderswo. Sie hat dies in den letzten Jahren durch eine Vielzahl von Arbeitsniederlegungen beim Kampf um einen Gesundheitstarifvertrag gezeigt. Was aber auch zur Wahrheit gehört, ist, dass bundesweit viele KollegInnen in der Erwartung, es werde schon nicht so schlimm kommen, die Aufrufe der Gewerkschaft ignorierten und damit ihren Beitrag zu einem schwachen Ergebnis leisteten.

R.B., 06.04.2026


 

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